Streuobst-Projekt Teil 6

WELCHER APFEL SCHMECKT AM BESTEN?

Der Schnee auf der Engstinger Alb ist noch nicht komplett weggeschmolzen, da beschäftigen sich die Grundschüler der Großengstinger Freibühlschule bereits wieder mit dem Thema „Streuobst“.

Sozusagen als Abschluss ihres letztjährigen Projekts ging es diesmal bei den Dritt- und Viertklässlern des Regelzugs um verschiedene Apfelsorten und sie fanden heraus, woran man diese unterscheiden konnte und welcher ihnen persönlich am besten schmeckte. Dabei lernten sie solche bunten Namen wie Trierer Weinapfel, Gewürzluiken oder Pinova und ihre unterschiedlichen Merkmale kennen. In einem Ranking aller Schüler gewann dann eindeutig der Glockenapfel, den die meisten Schüler als am schmackhaftesten bewerteten.

 

Gemeinsam mit den beiden Streuobst-Pädagogen untersuchten sie in Gruppen die unterschiedlichen Apfelsorten auf ihre äußeren und inneren Merkmale und stellten sie den jeweils anderen Gruppen vor. Dabei wurde ihnen schnell bewusst, wie groß die Unterschiede beispielsweise in Farbe, Form oder Beschaffenheit des Fruchtfleischs sein konnten. Entscheidend bei ihrer Wahl zum Lieblingsapfel war schließlich aber der Geschmack und gemeinsam probierten alle Kinder alle Apfelsorten.

Abschließend erhielt jeder Schüler eine bunte Urkunde zum erlebten Projekt und nicht nur dafür sondern auch für den überaus gelungenen Einsatz der beiden Streuobst-Experten bedankten sie sich ganz herzlich!

 

Streuobst-Projekt Teil 5

40 LITER APFELSAFT - AUS EIGENER PRODUKTION!

Wer hätte das gedacht? Eine Grundschulklasse legt sich eineinhalb Stunden ins Zeug und stellt 40 Liter Apfelsaft her – vom Baum schütteln bis zum Saft pressen alles in Handarbeit!

Da waren die Dritt- und Viertklässler des Regelzugs schon mächtig stolz, als sie sich mit den beiden Streuobstpädagogen Birgit Wester und Frank Höwner sowie Harald Keppler vom Großengstinger Obst- und Gartenbauverein mit ihren gefüllten Flaschen präsentierten.

 

Nachdem die Klasse am Nachmittag von der Schule hinaus auf die Streuobstwiese gewandert war, begannen sie dort unverzüglich unter der fachmännischen Anleitung der Experten mit der Arbeit. Mit Haken wurden die Äpfel von den Bäumen geschüttelt und dann in Gruppen aufgesammelt und in Kisten geladen. Gemeinschaftlich schleppten die Schüler die schweren Kisten zum Waschtrog, wo das Obst gründlich abgewaschen wurde. Da wurde geächzt und gestöhnt, was der Begeisterung aber keinen Abbruch tat! Es wurde ja im Kollektiv gestöhnt und jede Gruppe wollte die anderen übertrumpfen.

 

Dank der perfekten Vorbereitung von Harald Keppler standen für den nächsten Arbeitsgang – das Vierteln der Äpfel - Tische mit Schneidebrettern und Messern bereit. Und auch die Obstmühlen waren fertig aufgebaut, damit die Schüler nun die Äpfel mit vereinten Kräften durchdrehen konnten. Da wurde es so manchem ganz schön warm, Muskelkraft war gefragt! Aber nach der Devise „Alle machen alles!“ hatten die Streuobstpädagogen von Anfang an dafür gesorgt, dass jedes Kind bei jedem Arbeitsgang zum Zug kam und seinen wertvollen Beitrag zum gemeinsamen Ergebnis leisten konnte. Zum Schluss wurde die Maische mit einer kleinen transportablen Obstpresse gepresst, um schließlich den Apfelsaft in Flaschen abfüllen zu können.

 

Begeistert probierten alle Schüler gemeinsam einen ersten Schluck aus ihren Flaschen und waren einhellig der Meinung: „Suuuperlecker!“ Jedes Kind durfte einen Liter mit nach Hause nehmen und außerdem konnte die Klasse für den Rest der Schulwoche ihren Saft am Vormittag in der Schule trinken. Da drückte auch das Freibühl-Putzteam ein Auge zu, wenn danach der Boden an manchen Stellen fürchterlich klebte.

Ein dickes Dankeschön geht wieder einmal an die Streuobstpädagogen Birgit Wester und Frank Höwner und bei dieser Einheit auch ganz besonders an Harald Keppler, der überaus unkompliziert die Vor- und Nachbereitung übernommen hatte und jederzeit mit Rat und Tat – bis hin zum Pflaster bei einer blutenden Schnittwunde! – zur Seite stand!

(Iwona Werz / Sept 2018)

Streuobst-Projekt 2018

Streuobst-Projekt Teil 4

WIE VIELE BEINE HAT EIN INSEKT?

Diese und manch‘ andere Frage zum Thema „Insekten“ konnten die Dritt- und Viertklässler des Regelzugs der Freibühlschule inzwischen sicher beantworten – schließlich waren sie nun bereits zum vierten Mal mit den beiden Streuobstpädagogen unterwegs, um das Leben auf der Streuobstwiese zu erkunden. Diesmal nun im wahrsten Sinne!

 

Mit Isomatten und Picknickdecken bewaffnet, breiteten sie sich am Wiesenrand und im Schatten der Obstbäume aus, um dort den kleinsten Lebewesen, die dort beheimatet sind, auf die Spur zu kommen. Und schon nach kürzester Zeit konnte man erste Erfolgsmeldungen hören: „Ich habe eine Heupferd gefunden“ oder „Bei mir ist ein Falter in der Becherlupe!“ Begeistert betrachteten sie die Kleintiere und versuchten auf Klemmbrettern, die Insekten so genau wie möglich abzuzeichnen. Dabei bekamen sie Experten-Unterstützung von den beiden Streuobstpädagogen, konnten sich an Bestimmungsbüchern orientieren oder sich die Tiere in den Becherlupen genauer ansehen. So entstanden wunderbare, teilweise wirklich detailgenaue Zeichnungen, die die Kinder in ihre Streuobst-Arbeitshefte einklebten.

 

Gelungener Abschluss des Nachmittags war schließlich ein kleines Wettrennen der Schüler, bei dem sie sich als Tausendfüßler, als Heupferde oder als Libellen den Wiesenhügel hinauf- und hinunterbewegen mussten. Da wurde gejubelt, gekreischt und gelacht!

 

 

Nun freuen sich die Drittklässler schon auf die Apfelernte im Herbst, die die Viertklässler bereits vor zwei Jahren miterlebt hatten. Dafür müssen aber die Äpfelchen an den Bäumen erst noch einen Sommer lang reifen!

 

(Iwona Werz / Juli 2018)

 

Streuobst-Projekt Teil 3

AUCH DIE BIENEN MÜSSEN MAL CHILLEN?

Zum dritten Mal in diesem Schuljahr waren die Dritt- und Viertklässler des Regelzugs der Freibühlschule Engstingen mit dem Streuobstprojekt des Landratsamts Reutlingen auf der Streuobstwiese am Ortsrand von Großengstingen unterwegs.

 

Diesmal erfuhren die Kinder am Bienenstand des Imkers Karl Bortot hautnah, wie Bienen leben und was für nützliche Tiere sie im natürlichen Gleichgewicht darstellen. Die Streuobstpädagogen Birgit Wester und Frank Höwner animierten die Grundschüler erst einmal zu eigenen Überlegungen – „was machen die Bienen auf der Wiese?“ Und siehe da, manche Kinder konnten bereits mit interessantem Wissen auwarten. Sehr anschaulich erfuhren sie dann, wie die Bienen die Blüten von Blumen und Bäumen befruchten und staunten, wie fleißig die kleinen Tierchen arbeiteten. Angesichts des gläsernen Bienenstocks vergaßen viele Kinder sogar, dass sie eigentlich Angst vor Bienenstichen haben. Wie von der Imkerin vorweg angemahnt, verhielten sie sich unaufgeregt und bekamen folglich auch kein Problem mit den braun behaarten Insekten. Trotzdem – man weiß ja nie – wurden sie sehr anschaulich darüber aufgeklärt, was bei einem Bienenstich genau passiert und was man danach am besten gegen Schmerzen und Schwellung tut.   

 

Der Schwänzeltanz konnte beobachtet werden, die Königin wurde gesucht und beim Eierlegen gefunden, Drohnen wurden erkannt und natürlich entdeckten die Kinder auch Bienen, die gerade nicht ganz so fleißig schienen – „das ist die Chillabteilung!“, wurde sofort festgestellt.

Nicht alle Schüler konnten gleichzeitig im Bienenstand stehen, um dort die fleißigen Tiere zu beobachten und so durfte jeweils eine Hälfte der Schüler mit Frank Höwner Hotels für Ohrenzwicker basteln. Aus einem Tonblumentopf und mit Heu, Stöckchen und Schnur entstanden überraschend schnell kleine Behausungen für die Insekten, die sich gerne von Blattläusen ernähren.

Stolz zeigten die Schüler ihre Erzeugnisse, die sie mit nach Hause nehmen durften!

 

Ein ganz besonderes Schmankerl wartete zum Schluss noch auf die ganze Klasse! Birgit Wester hatte „Steinzeitkaugummi“ mitgebracht – frischer Honig in Waben, den alle genüsslich kauten. Da sagten dir Kinder freudig Danke, bevor sie den Rückweg ins Dorf antraten!

Streuobst-Projekt Teil 2

WAS WÜNSCHEN WIR DEM APFELBAUM?

Herrlich warmes und strahlend-sonniges Frühlingswetter begleitete die Dritt- und Viertklässler des Regelzugs der Freibühlschule beim zweiten Teil ihres Streuobstprojektes an einem Dienstagnachmittag Ende April. Das hatten sie sich verdient nach dem Schneesturm beim Mal zuvor!

Und so wurden sie auch nach einem kurzen Marsch von der Schule zur Streuobstwiese im Gewann Schelmenäcker von den beiden Streuobstpädagogen Birgit Wester und Frank Höwner fröhlich begrüßt, die dort bereits alle Vorkehrungen getroffen hatten. Diesmal sollte nämlich ein wichtiger Höhepunkt des Projekts stattfinden – ein Apfelbaum sollte gepflanzt werden!

 

Da in diesem Jahr kein neuer Baum auf der Baumwiese der Familie Wälder zu pflanzen war, hatte sich der Vorsitzende des Großengstinger Obst- und Gartenbauvereins, Uwe Schmid, freundlicherweise spontan bereit erklärt, der Schulklasse trotzdem eine Baumpflanzung zu ermöglichen, und zwar auf der Baumwiese des Vereins, der sechs Jahre zuvor sein hundertjähriges Bestehen gefeiert hatte. So war er an diesem Nachmittag auch mit helfender Hand dabei, lieferte den jungen Apfelbaum an und stand mit Rat und Tat zur Seite.

Im Gänsemarsch bewegten sich die Kinder durch die Wiese, um möglichst wenig Pflanzenwuchs zu beschädigen. Ein kleines Loch für den Baum fanden sie bereits vor, das dann aber von Ihnen mit Schaufeln und bloßen Händen weiter ausgehoben werden musste. „Es gibt kein besseres Werkzeug als die Hände!“, so lautete das Credo der Streuobstpädagogen, das von den Kindern sehr unterschiedlich umgesetzt wurde. Manche Schüler stürzten sich in die Arbeit und schaufelten mit ihren Händen eifrig die Erde aus dem Loch heraus. Einige andere aber kostete es reichlich Überwindung, in die Erde zu fassen und vielleicht auch mal einen Regenwurm oder einen Tausendfüssler in der Hand zu halten – für alle Kinder auf alle Fälle eine besondere und wertvolle Erfahrung! Ein Pfahl wurde gesetzt als Windschutz und als Stütze für den jungen Baum. Dann bezogen Streuobstpädagogen und Baumexperte Schmid die Kinder in ihre Überlegungen ein, wie der junge Baum an Wurzeln und Ästen beschnitten wird, bevor man ihn pflanzt. Da galt es abzuwägen, was für die Entwicklung des Baumes förderlich ist, und außerdem erfuhren die Dritt- und Viertklässler, dass es sich um die Sorte „Rebella“ handelt.

 

Um den jungen Baum gegen Wühlmäuse zu schützen, setzte Birgit Wester einen Pflanzkorb aus Draht in die Erde, bevor die Kinder mit vereinten Kräften die ausgegrabene Erde wieder ins Loch füllten. Zum guten Schluss wurde der Baum mit einem Kokosstrick an dem dicken Pfahl festgebunden und kräftig gegossen, bevor Kinder und Erwachsene zufrieden das Gemeinschaftswerk begutachten konnten.

In einem großen Kreis fassten sich alle an den Händen und überlegten sich gute Wünsche für den jungen Baum. Dabei entstanden sehr einfühlsame aber auch pragmatisch gedachte Formulierungen – „Lieber Apfelbaum, ich wünsche dir, dass du nicht im Sturm umkippst … dass du viele Äpfel bekommst … dass du groß und stark wirst!“ Frank Höwner war sich ganz sicher, dass es bei so vielen guten Wünschen bestimmt ein toller Apfelbaum werden würde.

 

Sozusagen als Mitbringsel schleppten die Kinder auf dem Rückweg zur Schule so viel Schnittreisig mit in die Schule, wie sie nur tragen konnten. Sie ächzten und stöhnten – aber die Mühe lohnte sich! 18 Besen konnten daraus gebunden werden für das Schultheater im Juni, bei dem „Die kleine Hexe“ aufgeführt werden soll.

 

Streuobst-Projekt 2018 Teil 1

ERSTE BEGEGNUNG MIT DER STREUOBSTWIESE

Passend zum Frühlingsbeginn am 20. März startete auch das Streuobstprojekt des Jahres 2018 für die Dritt- und Viertklässler des Regelzugs der Freibühlschule. Sie hatten sich für das Lernprogramm „Apfelbäumchen“ gemeldet, das das Landratsamt für Schulen anbietet und finanziell unterstützt und das in Großengstingen von den Streuobstpädagogen Birgit Wester und Frank Höwner begleitet wird.

So wurden die beiden am Dienstag während des Nachmittagsunterrichts freudig und erwartungsvoll von den Schülern begrüßt.

Thema des ersten Moduls sollte das Kennenlernen des Begriffs „STREU-OBST-WIESE“ sein. Die Schüler erfuhren beim Start im Klassenzimmer viel Neues, konnten aber auch eine ganze Menge eigenes Wissen einbringen. Auf der Alb besitzen viele Familien noch Ackerland, einen Wald oder eben ein Stück Streuobstwiese, so dass die Kinder hier durchaus aus ihren Erfahrungen schöpfen konnten. Trotzdem staunten sie über manche neue Information, beispielsweise dass es zwischen zwei- und dreitausend verschiedene Apfelsorten gibt oder dass auf der Wiese etwa 5000 Tierarten zu finden sind, von denen etwa 80% Insekten sind. So entstand eine erste Seite im Streuobstheft der Schüler, das eigens fürs Projekt angelegt worden war. Sie trugen Pflanzen- und Tiersorten zusammen und lernten, welche Obstsorten auf der Streuobstwiese angebaut werden können und hörten teilweise zum ersten Mal von selteneren Sorten wie Renekloden oder Quitten. Ein Schüler wollte auch die Banane auf der deutschen Wiese ansiedeln, sah dann aber schnell ein, dass es für diese Pflanze bei uns zu kalt wäre.

Das wurde allen Kindern eindrücklich klar, als sie mit den Streuobstpädagogen zur Streuobstwiese außerhalb des Ortes marschierten und sich mit dicker Kleidung gegen das einsetzende Schneegestöber schützen mussten – kein Klima für Südgewächse, da wachsen nur robuste Pflanzen!

Die Kinder suchten bei dem starken Schneefall Schutz unter den Bäumen und machten sich mit dieser Landschaftsform bekannt. Die Streuobstpädagogen ermunterten sie zusätzlich zu naher Kontaktaufnahme: „So einen Baum kann man auch mal umarmen, wenn einem kalt ist!“ Und die Schüler probierten das gerne aus. Zum intensiven Kennenlernen führte dann der Arbeitsauftrag, sich mit Wachskreiden auf Papier verschiedene Rindenarten abzurubbeln, die später ins Streuobstheft eingeklebt werden sollten. Sie rannten von einem Baum zum anderen, waren über die ganze Wiese in Bewegung und mussten so nicht allzu sehr frieren.

 

Zum Schluss fanden sich alle wieder zusammen und woben in einer gemeinsamen Aktion ein Netz aus Wolle, anhand dessen ihnen die Streuobstpädagogen zeigten, wie wichtig beim Zusammenleben im Ökosystem „Streuobstwiese“ jedes EINZELNE Mitglied ist. Bei Wegfall von einer Tier- oder Pflanzensorte gerät das gesamte System ins Wanken und läuft Gefahr, nicht mehr zu funktionieren.

Mit kalten Nasen, aber auch mit einem reichen Schatz an neuem Wissen wanderte die Klasse wieder zurück ins Dorf und die Kinder ließen ihre Freude am Streuobstprojekt in einem lauten „Dankeschön“ hörbar werden!